Die Kommission für Bildung, Kultur und Sport (BKS) reichte am 6. Januar 2009 einen Auftrag ein „betreffend Fort-/Weiterführung des Fremdsprachenunterrichts (Englisch und Französisch) an den Berufsschulen sowie Einführung der trilingualen Maturität“. Diesen lehnte der Regierungsrat ab: Der Bund müsse hier regulativ vorangehen, zudem würde bereits der sogenannte Immersionsunterricht an Aargauer Schulen der Sekundarstufe II angeboten. Die Kommission hielt aber am Auftrag fest.
Immersionsunterricht heisst der Unterricht, in dem Fächer in anderen Sprachen als Deutsch unterrichtet werden. Das gibt es im Aargau schon sowohl in Berufsschulen wie auch in den Mittelschulen. Auch können in Aargauer Schulen Sprachzertifikate erworben werden, so das sogenannte „Proficiency“ in Englisch. Überhaupt macht der Aargau zumindest auf dieser Stufe einiges für den Fremdsprachenerwerb. Das ist aber noch kein Grund, das Begehren der BKS-Kommission abzulehnen, wie das die Regierung machte.
Die BKS-Kommission akzeptierte das nicht. Deren Präsidentin Maja Wanner wehrte sich gegen die Ablehnung. Auch Lieni Füglistaller (SVP) machte sich für den Kommissionsauftrag stark: Man dürfe nicht nur in der obligatorischen Schulzeit Fremdsprachen fördern, sonst sei das für die Katz. Es brauche diese auch im tertiären Bereich. In den gewerblich-industriellen Berufen blieben heute 80 Prozent der Auszubildenden ohne Fremdsprachenunterricht. Die Regierung stelle das Problem zu einseitig dar. Die Lehrmeister liessen sich überzeugen für diesen Unterricht.
Für die SP sprach Kathrin Nadler:
Die SP wünscht die Aufrechterhaltung des Auftrages, da wir der Meinung sind, dass sich in diesen Fragen Diskussionen lohnen, wohin sie auch führen und welche Möglichkeiten sich ergeben.
Gesetzliche Bestimmungen sind das eine, ein Zeichen setzen etwas anderes. Wir erhoffen uns von der Beantwortung, dass Möglichkeiten der Unterstützung eröffnet werden, dass Varianten von möglichen Erleichterungen der Umsetzung aufgezeigt werden. Wir sind der Ansicht, dass die individuelle Förderung eben gerade auch in den weiterführenden Ausbildungen zu manifestieren sei. Ebenso ist es lohnend, die zur Zeit vorherrschenden Sprachobligatorien zu überdenken, wenn auch die Entscheidung auf Bundesebene gefällt wird. Dass für eine Verkaufslehre zum Beispiel für drei Jahre Italienisch gelernt werden muss, ist nicht unbedingt nur sinnvoll.
In Bezug auf die trinliguale Matur sind wir der Ansicht, dass dies eine interessante Option ist, sehen hier jedoch klar von einem Obligatorium der Nutzung ab; höchstens ein Obligatorium für das Angebot ist unter Umständen denkbar. Wichtig ist, dass die Weiterbildung der Lehrpersonen eine wichtige Voraussetzung ist.
Die Kostenfolgen sind klar aufzuzeigen, bevor wir die Idee abschreiben.
Die SP wird überweisen und hofft auf interessante Antworten zu vielseitigen Fragen.“
Auch Eva Eliassen (Grüne) und Anneros Morach (SVP) setzten sich für den Auftrag ein. Regierungsrat Huber war auch hier nicht so klar auf der Seite der Regierung. Zwar empfahl er Zustimmung zum regierungsrätlichen Antrag, jedoch „mit gedämpftem Enthusiasmus“, und betonte gleichzeitig, ein Regierungsrat habe jeweils 20 Prozent Stimmkraft im Gremium.
Mit 104 zu 20 (CVP) Stimmen wurde der Auftrag der Kommission BKS überwiesen.
Mehrsprachiger Unterricht und dito Prüfungen an Berufsschulen und Gymnasien
31.03.09 18:14






