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19.01.18 14:00

Schienen- statt Strassenausbau

Die SP Aargau lehnt den geplanten Ausbau der A1 auf sechs Spuren ab und fordert stattdessen eine Priorisierung des Ausbaus des öffentlichen Verkehrs.


Die Verkehrsüberlastung im Jahr 2016 war an 346 Tagen nicht nur auf der Autobahn, sondern auch auf den Ausweichrouten durch Dörfer und Städte spürbar. Nachdem der Problemdruck in Sachen A1 so gross wurde, revidierte der Bundesrat sein Vorhaben des Ausbaus bis 2040 und möchte diesen nun doch bereits bis 2030 realisieren.

Diese Investition möchte der Bund genau in einer Zeit der Abbaupolitik tätigen. Während Millionen in wichtigen Bereichen wie der Bildung oder Prämienverbilligungen abgebaut werden und tiefe und mittlere Einkommen immer mehr in finanzielle Notlagen kommen, will der Bund gleichzeitig Millionen für den Strassenbau ausgeben. «Diese Prioritätensetzung ist weder sozial noch ökologisch nachhaltig», so Gabriela Suter, Grossrätin und Geschäftsleitungsmitglied der SP Aargau. «Der Stau soll nicht durch einen Kapazitätsausbau der Strassen bekämpft werden, das ist rückwärtsgewandte Verkehrspolitik. Vielmehr braucht es eine Verlagerung der Mobilität hin zum öffentlichen Verkehr.» Der Bund solle deshalb gescheiter mit dem Bahninfrastrukturausbau zwischen Aarau und Zürich vorwärts machen und so für bessere Bahnanbindungen im Aargau sorgen, damit möglichst viele Pendler_innen auf den öffentlichen Verkehr umsteigen.

«Es braucht ein Umdenken in Sachen Verkehrspolitik und zwar nicht in Bezug auf den Strassenausbau, sondern vielmehr in Richtung attraktiver Nahverkehr. Es müssen neue Anreize für den öffentlichen Verkehr sowie für den Fuss- und Veloverkehr gesetzt werden», so Suter. Die Finanzierung dieses A1-Ausbauprojekts sei bislang unklar und die Folgekosten enorm, denn Zufahrts- und Umgehungsstrecken müssen bei der Planung ebenfalls berücksichtigt werden.

Wenn man jetzt den Autobahnausbau vorantreibt, verlagert sich die Überlastung an andere Orte, über deren Ausbau in naher Zukunft dann diskutiert werden wird. Eine indirekte Förderung des motorisierten Individualverkehrs ist weder für das Klima, die Umwelt noch für die Staatskasse attraktiv.


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