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06.03.18 10:00

Die Axpo reitet ein totes Pferd!

Fraktionserklärung der SP Fraktion zu Beznau 1 Max Chopard-Acklin, Nussbaumen, Grossrat SP Kanton Aargau


Die Axpo reitet mit dem AKW Beznau ein totes Pferd. Das kann dem Kanton Aargau als Miteigentümer der Axpo nicht egal sein. Die SP Fraktion des aargauischen Grossen Rates ist besorgt.


Die Axpo will nun tatsächlich nach drei Jahren sicherheitsbedingtem Stillstand das angeschlagene Atomkraftwerk Beznau 1 wieder hochfahren. Dafür gibt es keinen Sachzwang. Weder einen versorgungstechnischen noch einen wirtschaftlichen. Im Gegenteil: Es muss davon ausgegangen werden, dass sich der Betrieb des AKW Beznau im heutigen Marktumfeld nicht mehr rechnet.

Keine guten Gründe zum Hochfahren
Beznau 1 nach drei Jahren wieder hochzufahren, obwohl sich weder am Marktumfeld noch in der sicherheitsrelevanten Frage des damaligen Ausserbetriebnahmegrundes etwas Entscheidendes geändert hat, ist ein ökonomischer Blödsinn und sicherheitstechnisch höchst fragwürdig. Es gibt keine guten Gründe für ein nochmaliges Hochfahren dieses alternden Atommeilers. Das Atomkraftwerk Beznau 1 stammt aus einer Zeit, als das Telefon noch an der Wand hing und eine Wählscheibe hatte. Das AKW Beznau 1 wurde 1969, also vor bald 50 Jahren, in Betrieb genommen. Für eine solch lange Betriebszeit wurde es nicht gebaut. Trotz ständiger Flickerei und Nachrüstung: Aus Alt wird nicht plötzlich neu.


Ausserbetriebnahmegrund ist nicht behoben
Das Atomkraftwerk steht seit dem 2015 wegen Sicherheitsbedenken still. Und die Ursache dafür konnte bis heute nicht behoben werden. In jenem Jahr wurden 925 Materialfehler in der Stahlwand des Reaktordruckbehälters entdeckt – direkt im Herzstück des Atomkraftwerks. Es handelt sich also um Schwachstellen in einem äusserst sensiblen Bereich, läuft doch im Reaktordruckbehälter die nukleare Kettenreaktion ab. Ferner ist umstritten, ob das vor 50 Jahren gebaute Atomkraftwerk die notwendige Erdbebensicherheit aufweist.


Das AKW Beznau 1 ist nun seit drei Jahre vom Netz, ohne das es deswegen zu Versorgungsengpässen kam. Weder gingen nachts die Lichter aus, noch stand die Wirtschaft still. Denn die Energieeffizienz und der Zubau der erneuerbaren Energien beginnen zu greifen.
Eigentlich wäre diese drei Jahre für die Betreiber des AKW`s eine gute Gelegenheit gewesen, sich auf die Nachbetriebszeit einzustellen und den schrittweisen Rückbau zu organisieren. Doch stattdessen werden beim AKW Beznau weitere Ressourcen in das Reiten eines toten Pferdes investiert.

Die SP Fraktion hat absolut kein Verständnis für die geplante Wiederinbetriebnahme des AKW Beznau 1. Ein Hochfahren dieses Werkes ist unter den gegebenen Umständen verantwortungslos.

Gehalten in der Grossratssitzung 28 vom 6. März 2018, 10:00 Uhr.

Hinweis: Die Projektgruppe „Beznau-Alarm“, an der die Grünen, die SP, NWA, der Menschenstrom gegen Atom und Greenpeace beteiligt sind, ruft die Bevölkerung deshalb zu einer friedlichen, bewilligten Spontankundgebung für heute Dienstagabend um 18:00 Uhr vor dem Hauptsitz der Axpo an der Parkstrasse in Baden auf!


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